Sie war furchtlos. Im englischen gibt es den Begriff „ballsy“ für Leute, die ordentlich Eier in der Hose haben (pardon my french).

Ida B Wells hatte stattdessen eine Waffe im Rock, aber sonst trifft der Ausdruck ins Schwarze: Als sie mit 16 verwaiste, übernahm sie kurzerhand die Verantwortung für ihre fünf Geschwister. Als sie ein Kontrolleur im Zug wegen ihrer Hautfarbe diskriminierte, verklagte sie die Zuggesellschaft. Und als einer ihrer Freude von einem weißen Mob gelyncht wurde, begann Ida B. Wells eine Kampagne gegen Lynchjustiz. Als sie Morddrohungen erhielt, verließ sie ihre Heimatstadt und arbeitete aus dem Exil weiter.

Ida B. Wells nutzte ihr Schreib- und Redetalent, um die weiße Öffentlichkeit in den USA und in Großbritannien für Lynchjustiz zu sensibilisieren. Obwohl Schwarze mit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs erstmals Rechte erhalten hatten, wurden die liberalen Gesetze schnell zurückgedreht und an ihre Stelle traten Diskriminierung – die sich in der Jim Crow-Ära manifestierte – und Gewalt in Form von Lynchjustiz, mit der Afroamerikaner in den USA jahrzehntelang terrorisiert wurden.

Als Journalistin und Aktivistin klagte Wells Lynchjustiz als ein Mittel an, mit dem die weiße Gesellschaft Afroamerikaner kleinhalten wollte. Unermüdlich recherchierte sie grausame Lynchmorde und deckte wiederholt auf, dass die Vorwürfe gegen die Opfer an den Haaren herbeigezogen worden waren.

Für ihr Engagement wurde sie von Weißen angefeindet und mit dem Tod bedroht. Mit ihrer Kompromisslosigkeit eckte sie in ihrer eigenen Gemeinde an und wurde wiederholt aus den Führungszirkeln von Bürgerrechtsorganisationen gedrängt, die sie selbst mitgegründet hatte.

Seit 2018 erfährt sie aber endlich lang verdiente Anerkennung, auch wenn sie noch immer viel zu wenig bekannt ist.

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