Warum kennen wir so wenige Namen von Widerstandskämpfer:innen? Mit Nora Hespers vom Podcast und Blog „Die Anachronistin“ mache ich mir Gedanken über Frauen im Widerstand. Und wir stellen einige kaum bekannte Frauen vor, die sich dem NS widersetzten.

Links und Quellen zur Folge:

Noras Podcast „Die Anachronistin
Noras Blog und Podcast auf Twitter und Instagram
Noras Buch „Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich
Nora auf Twitter und Instagram

Die Debatte um den Instagram-Account zu Sophie Scholl: Ein Gespräch auf Instagram und Gedanken auf Twitter

Aufsatz über jüdische Frauen in der NS-Diktatur

Mössinger Generalstreik: Wikipedia-Eintrag

und die Dokumentation von Katharina Thoms

Selma Meyer: Wikipedia-Eintrag

Protest in der Rosenstrasse: Wikipedia-Eintrag
Themenseite mit Interviews mit Zeitzeugen

Aufsatz von Nathan Stoltzfuß zum Protest in der Rosenstrasse: Stoltzfus, Nathan. “Widerstand Des Herzens. Der Protest in Der Rosenstraße Und Die Deutsch-Jüdische Mischehe.” Geschichte Und Gesellschaft, vol. 21, no. 2, 1995, S.218–247.

Infos zu Johanna Weitz bei der Theo Hespers Stiftung

Folge 1 von HerStory zu Elisabeth Selbert

Hedwig Porschütz: Wikipedia-Eintrag

Forderung vom Histocamp: Frauen in die Fußnoten

Beratung und Information für NS-Verfolgte: beim Bundesverband

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3 Kommentare

Tabea · 27. Mai 2021 um 15:00

Liebe Jasmin, liebe Nora,

vielen Dank für diese tolle Podcast-Folge! Als kleine Freude während im HomeOffice war das genau richtig. Ihr habt so viele anregende und spannende Dinge in der Folge gesagt, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll:

Auch wenn es am Anfang nur eine kleine Randnotiz war, aber die „Trümmerfrauen“, wie sie so gerne erinnert werden, sind doch mehr Mythos, als Realität. Vergleiche hierzu auch die Arbeit „Mythos Trümmerfrauen“ von Leonie Treber. Wäre ja vielleicht auch mal eien Podcastfolge wert. 😉

Zum §§175 und die daraus resultierenden Probleme, weil ihn die Bundesrepublik einfach übernommen hat noch als Ergänzung. Im Bundesentschädigungsgesetz steht explizit, dass alle von Entschädigung ausgenommen sind, die nach 1949 „die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekämpft“ haben (siehe hier: https://www.gesetze-im-internet.de/beg/BEG.pdf). Frei übersetzt bedeutet dies, man bekommt nichts, wenn man gegen Gesetze verstoßen hat. Da nun aber eben der besagte Paragraph noch in Kraft war, konnte Menschen aufgrund ihrer Homosexualität keine Entschädigung bekommen.
Außerdem kann es auch heute noch für Historiker*innen unschön werden, wenn sie zu Homosexualität forschen. Jüngst erst wurde die Historikerin Anna Hájková von der Tochter eines Holocaustopfers verklagt: https://www.spiegel.de/geschichte/lesbische-beziehungen-im-kz-zu-intim-fuer-die-forschung-a-74df1056-ec60-44f9-a2b4-5697493d7a3f Es gibt also immer noch sehr viel Beißreflexe und Vorurteile, welche die eigene Forschung begrenzen können.

Bei den ganzen Namen und Daten wäre vielleicht mal eine Übersicht angebracht. Ich verlange das jetzt nicht von euch, aber man könnte da so wunderbar Netzwerke erforschen und herausfinden, wie weit und über welche Grenzen hinweg der Widerstand gegen den Nationalsozialismus verbreitet und vernetzt war. Also, falls noch jemand ein Thema für eine Doktorarbeit sucht. ^^
Wenn es aber darum geht, dass es in Osteuropa noch viel zu erforschen gibt und die Sprachbarriere ein Problem ist, würde ich mal empfehlen bei Vertreter*innen der Osteuropastudien vorbeizuschauen. Da passiert in letzter Zeit auch einiges und die helfen einem auch bei der Sprache.

Ich fand die Definition des Widerstandbegriffs von Nora sehr schön. Dass sich kleine Freiheiten herausnehmen nicht mit aktivem Widerstand verwechselt werden sollte (was in den Familiennarrativen ja fröhlich passiert …). Mir fällt da immer das Beispiel der Swingmusik und der gewissen Tolerierung der Gestapo ein. Klar, offiziell nicht gern gesehen und auf offener Straße hätte man das nicht bringen können, aber im privaten Raum? Da wurde es mitunter geduldet, sodass sich die Leute ein wenig rebellisch fühlen konnten und denken konnten: „So schlimm ist das ja alles gar nicht.“

Und als letztes noch: Die Geschichte von Otto Weidt ist auch verfilmt worden (https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_blinder_Held_%E2%80%93_Die_Liebe_des_Otto_Weidt). Als ich den damals gesehen habe, fand ich den ganz in Ordnung.

    Jasmin · 1. Juni 2021 um 15:44

    Liebe Tabea,

    vielen Dank für deinen Kommentar und deine Ausführungen und Anregungen. Ich freu mich, dass dir die Folge so gut gefallen hat!

    Viele Grüße,
    Jasmin

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